Lac Saint Jean

Reisebericht

Die letzten zwei Tage waren etwas ruhiger, aber auch wiederum ziemlich aufregend – aber dazu später mehr.

Erst mal haben wir gemütlich unsere Sachen in Tadoussac gepackt und sind in den Norden an den Lac Saint Jean gefahren. Anscheinend war der kalte Wind beim Whalewhatching doch nicht so wirklich gut für Karin. Nach ihrer Kehlkopfentzündung war die Zeit zum Erholen nicht lang genug. Auf alles Fälle wurde ihr Zustand während der Fahrt immer schlechter. Nach dem Einchecken im Hotel hab ich erstmal die Stadt erkundet. Roberval ist nun wirklich keine Reise wert. Ich hab nicht mal ein Foto gemacht… Muss ich noch mehr sagen?

Zurück im Hotel hab ich dann Karin mit Fieber vorgefunden und wir haben beschlossen, ins Krankenhaus zu fahren. Tja, was soll ich sagen… Das war kein schönes Erlebnis. Keiner spricht hier Englisch, oder will es zumindest nicht sprechen und alleine die Anmeldung hat glaub ich eine halbe Stunde gedauert. Wir haben dann 8 Stunden (!) gewartet, bevor wir das erste Mal zur Untersuchung durften. Nach weiteren 1,5 Stunden waren dann alle Befunde fertig und wir durften ein zweites Mal zum Arzt. Diagnose: Stirnhölenentzündung

So haben wir also unseren Montag Abend verbracht. von 16:30 bis 02:30 im Wartesaal eines Kanadischen Spitals. Das Beste kommt aber noch… Der Preis für diese Wartezeit und 24 Tabletten Antibiotika:

  • 60 $ für den Arzt
  • 540 $ für das Spital
  • 70 $ für die Tabletten

Ich hoffe, dass wir alles von unserer Reiseversicherung zurück bekommen. Denn ca. 600 EUR für 24 Tabletten sind schon etwas viel.

Nachdem ich heute im Spital war und das alles bezahlt habe, bin ich alleine in die historische Stadt Val-Jalbert gefahren. Karin wollte sich nur ausruhen und auskurieren. Val-Jalbert ist eine Industriestadt aus den 1920er Jahren. Sie wurde teils renoviert und teils sind die noch verfallenen Häuser zu sehen. Prinzipiell war die Stadt ganz nett, aber auch hier wurde das Angebot in der Nebensaison heruntergeschraubt. Normalerweise sollten Schauspieler herumlaufen und das Leben in der Stadt spielen, aber von denen war natürlich keiner da. Aber es gab zumindest was zu sehen und ich konnte mir die Zeit vertreiben. Am interessantesten fand ich noch den Wasserfall, der wiedermal höher als die Niagara Fälle war. Und ich dachte immer, das sind die höchsten Fälle in Kanada. Aber anscheinend zählt hier nicht die Höhe sondern eher die Breite der Niagara Fälle, die sie so beeindruckend machen. Wir werden das in wenigen Tagen sehen.

Viel mehr hab ich heute Nachmittag auch nicht unternommen und mich auch etwas erholt von dem Stress im Krankenhaus. :-) Morgen wartet eine 6 Stunden Reise nach Montreal auf uns und am Donnerstag folgt dann die Besichtigung der Stadt. Ich hoffe, Karin geht es dann schon wieder etwas besser und ich muss nicht die ganze Zeit alleine herumlaufen.

Route

Fotos


2 Kommentare

  1. Hebert Davidek

    Von der Bewertung des Lac St Jean war ich echt überrascht…

    • Keine Ahnung, wie der Eindruck gewesen wäre, wenn wir keinen Besuch im Krankenhaus gemacht hätten… Vielleicht hätten wir uns dann besser mit der Umgebung beschäftigen können. Aber in Roberval selber war tote Hose. Nicht mal ein Kanu oder ähnliches konnte man ausleihen.