Kingston und die Thousand Islands

Reisebericht

Die letzen zwei Tage haben wir in Kingston verbracht. Wieder einmal ein echt nettes Städtchen und wieder einmal jede Menge zu tun. Gestern haben wir nur eine Runde in der Stadt gemacht und ein Einkaufszentrum besucht. Mehr wollten wir dann nicht mehr unternehmen.

Heute hatten wir dann dafür volles Programm. Gleich am frühen Morgen sind wir nach Ganaoque gefahren und haben dort eine Schiffsfahrt zu den Thousand Islands unternommen. Das sind nicht nur, wie der Name vermuten lässt, 1000 Inseln, nein – es handelt sich um über 1800 größere und ganz kleine Inseln im Sankt Lorenz Strom. Leider hatten wir heute zum ersten Mal etwas Pech mit dem Wetter. Es war sehr nebelig und leicht genieselt hat es auch immer wieder mal. Aber bist jetzt hatten wir immer Glück, also werden wir uns nicht beschweren! :-)

In der Tour enthalten war auch ein Stopp auf Heart-Island, auf dem der Herr Boldt um 1900 sein privates Schloss gebaut hat. Mal sehen, ob ich richtig aufgepasst habe. Der Herr Boldt ist auf Rügen geboren und arm wie eine Kirchenmaus nach Amerika gegangen. Dort hat er als Tellerwäscher begonnen und sich zum Milliardär hochgearbeitet. Der schöne amerikanische Traum eben. Um seine Liebe zu seiner Frau zu beweisen, wollte er ein Schloss für sie auf dem bereits erwähnten Heart Island erbauen. Leider ist die Frau gestorben, bevor sie den Liebesbeweis sehen konnte. Da wollte der Herr Boldt auch nicht mehr weiterbaun und hat das Schloß fast fertig vergammeln lassen. 1977 hat es dann die Thousand Island Bridge Authority gekauft und einige der Räume für die Touristen renoviert. Ist doch eine richtig schöne Geschichte… Oder?

Leider befindet sich die Insel schon auf der Amerikanischen Seite der 1000 Islands. Also mussten wir einen netten grünen Zettel ausfüllen und durften erst als letzte zur Passkontrolle auf Heart Island. Nach 12 Us-Dollar für die Visum-Gebühr und der Prozedur mit Fingerabdrücken und Fotos durften wir dann auch schon nach wenigen Minuten das Schloss besichtigen. Der Herr Boldt hat da wirklich was schönes hingestellt. Es sieht aus wie ein Schloss in Europa und im Eingang wurden wir mit dem Wiener Walzer begrüßt. Und das auf amerikanischen Boden. Das hat doch was…

Nach der Schlossbesichtigung mussten wir wieder auf das Ausflugsboot und sind unsere Runde fertig gefahren. Auf kanadischem Boden gab es wieder eine Passkontrolle, weil wir ja auf einer amerikanischen Insel mit ein paar Quadratmeter waren. Auch haben die ihren Job sehr ernst genommen. Man wurde gefragt, was man in Kanada macht, wie lange wir schon da sind, was wir noch machen und wann und wie wir endlich wieder abhauen… Und das alles, obwohl alle auf diesem Boot 5 Stunden vorher von der gleichen Stelle abgefahren sind… Naja, nicht zu viel nachdenken!

Am Abend waren wir noch im Fort Henry in Kingston, das jetzt gerade Fort Fright heißt. Hier sind sie schon ganz im Halloween Fieber und haben das komplette Fort mit Skeletten und anderen schaurigen Figuren dekoriert. Ausserdem waren dieses mal wirklich Schauspieler unterwegs und haben die Leute (und auch Karin) erschreckt. Auch die Figuren wurden durch einen Bewegungsmelder aktiviert und haben sich mit den passenden Soundeffekten bewegt. War echt eine schöne Tour und ein tolles Erlebnis.

Das war auch schon unser Tag heute. Morgen kommt leider schon unsere letzte Station – die Niagara Fälle! Ich bin schon sehr gespannt, welche Motive sich uns bieten werden.

Route

Thousand Islands Tour

Fotos